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Das Kita-Handbuch

herausgegeben

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Telse A. Iwers-Stelljes

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Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist ein großer Schritt, für Kinder ebenso wie für Eltern. Die elementare Lebenswelt verändert sich durch neue Strukturierungen, Erwartungen, Aufgaben und Ansprüche.

Im Kindergarten standen andere Lernziele im Vordergrund als es in der Schule der Fall sein wird, und diesen Lernzielen wurde ein anderes Gewicht beigemessen. Zunächst hatte das Kind soziale Integrationen einerseits und Ablöseprozesse andererseits zu bewältigen und sich in seinen psychomotorischen Fähigkeiten zu stabilisieren. Erst ganz langsam und ausgehend von diesen grundlegenden Kompetenzen wurde es mit kulturellen Fertigkeiten vertraut gemacht. Diese Schritte wurden (und das war auch gut so) sehr spielerisch und wenig produktorientiert angelegt. Es ist nicht bedeutsam, ob man den gebastelten Weihnachtsmann erkennt oder ob er eher wie eine Ente aussieht. Viel wichtiger ist es, dass das Kind gelernt hat, etwas aus Papier, Pappe und anderen Materialien so zusammenzufügen, dass eine dreidimensionale Figur entstehen konnte. Ebenso war es viel wichtiger, das Kind bei der Umsetzung seiner Abbildungsideen so zu unterstützen, dass es den Eindruck entwickelt, etwas bewältigen zu können, vielleicht ein technisches Problem zu lösen oder ein Werkzeug zu beherrschen. Kurz: Im Zentrum der ersten Auseinandersetzungen mit der intellektuellen Entwicklung steht das Selbstbewusstsein und die Motivation ("Ich kann das. Es macht mir Spaß, das zu können. Ich möchte mehr davon machen").

Diese grundlegende Perspektive erweitert sich in der Schule. Hier geht es neben der Herausbildung von fein- und grobmotorischen Fähigkeiten, der Entwicklung von sozialer Integrationsfähigkeit, von Mut, Selbstbewusstsein und Motivation auch um das Lesen und Schreiben, das Rechnen und die Erfassung von Wissensbeständen, eben um unsere Kulturtechniken und gesellschaftlichen Sicherungsmechanismen (vgl. Elbing, 1999, S. 33f). Im Unterschied zu den bisherigen Lernerfahrungen ist deren Eroberung direkt am Resultat messbar, vergleichbar und für die berufliche Biographie sowie den damit verbundenen Lebenschancen von außerordentlicher Bedeutung.

Wir Eltern wissen das. Wir wissen, wie lebensbestimmend die schulisch zu erlernenden Fertigkeiten für unsere Kinder sind. Wir haben überdies eine lange für jeden ganz andere subjektive Erfahrung mit den zur Verfügung stehenden Bildungsinstitutionen, die in uns Erwartungen und auch Unsicherheiten entstehen ließ. All dies lebt wieder auf mit der Einschulung unserer Kinder.

Und wir wollen nur das Beste für sie. Wir wünschen uns, dass sie sich gut zurechtfinden in der Schule, dass sie positive motivierende Erfahrungen in der neuen Lebenssituation und mit den neuen Lerngegen-ständen machen und dass sie es einfach gut haben werden.

Im Kanon vieler Möglichkeiten soll dieser Artikel einen Beitrag leisten zu

  1. der Klärung dessen, was Kinder im Einschulungsalter eigentlich wissen und bewältigen können (und was auch nicht)
  2. und wie wir unsere Kinder dabei unterstützen sollten, d.h. welche Förderung eigentlich sinnvoll und entwicklungsfördernd ist,

damit unsere Idee, nur ihr Bestes zu wollen, ein bisschen gestärkt und vielleicht auch gerichtet werden kann.

In diesem Sinne seien zunächst die wichtigsten Erkenntnisse über die kindliche Entwicklung dargestellt:

  1. Wie entwickelt sich ein Mensch, wie wächst und bildet sich sein Denken, was kann ein Kind in welchem Alter wahrnehmen, aufnehmen und verarbeiten, zu welchen Leistungen ist es fähig?
  2. Wie entsteht das Bild, die Wahrnehmung, die ein Mensch von sich selber hat, wie entsteht sein Selbstbild?
  3. Wie entwickelt sich das soziale Sein des Kindes? Gibt es Entwicklungsphasen, die verschiedene soziale Verhaltensweisen, Fähigkeiten und moralische Haltungen mit sich bringen?

Anschließend werden ausgehend von etwas allgemeiner gehaltenen Darlegungen jeweils ganz konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, unsere Kinder altersangemessen und sinnvoll auf die Schule vorzubereiten und sie in diesen drei Dimensionen (Informationsverarbeitung, Selbstbild, Sozialkompetenz) zu stärken.

3. Soziale Entwicklung: Die Welt um mich herum

Immer wieder geraten wir in Situationen, in denen es angeraten ist, mit anderen zusammen zu arbeiten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Diese Form der Arbeitsgestaltung wird zukünftig noch stärker zunehmen - ohne Teamarbeit geht schon gegenwärtig in vielen Berufen nicht mehr viel. Dabei steht insbesondere unsere Kooperationsfähigkeit zur Diskussion. Kooperationsfähigkeit bedeutet die Fähigkeit, unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche, Interessen oder Fähigkeiten aufeinander abzustimmen.

Erfolg bedeutet aber zugleich manchmal auch, die eigenen Interessen durchzusetzen. Manche Erwachsene haben eine geradezu intuitiv anmutende Fähigkeit, zwischen diesen Rollen zu wechseln. Meist sind das die Menschen in unserer näheren und auch ferneren Umgebung, die wir als erfolgreich wahrnehmen.

Aber nicht nur dieser zweckrationale Blick auf Gemeinschaft legt es nahe, auf die dahinterliegenden Kompetenzen zu blicken. Auch mein alltägliches Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach Anerkennung und Austausch in Gemeinschaft kann gewinnbringend sein, wenn ich mich als akzeptierter Teil dieser Gemeinschaft wahrnehme. Es kann ebenso unbefriedigend und sogar leidvoll sein, wenn ich im Kontakt das Gefühl habe, nicht wahrgenommen zu werden oder mich immer nur um die anderen kümmern zu müssen oder mich zu stark anpassen zu müssen...

Die Fähigkeit, sich einen Platz in der Gemeinschaft zu erobern, zugleich kooperativ und kommunikativ zu sein und sich dem sozialen Rahmen entsprechend doch um sich selbst kümmern zu können, kommt nicht von ungefähr. Sie ist Ergebnis eines langen, hoffentlich ermutigenden und experimentierfreudigen Sozialisationsprozesses. Sie beginnt mit dem Erfassen von Begegnungen im Spiel und im Aushandeln von dort möglichen Positionen. Dabei sind zwei grundlegende Aspekte von Bedeutung: Rollenentwicklung und moralische Entwicklung.

3.1 Das Rollenhandeln

Kinder erproben sich unermüdlich in verschiedenen Rollen. Sie spielen Szenen des alltäglich Erlebten immer wieder nach, nehmen dabei immer wieder andere Rollen ein und erfahren sich als nette Verkäuferin, schimpfenden Polizisten, heldenhaften Rettungswagenfahrer, kluge Lehrerin... Sie experimentieren mit den verschiedenen Rollen, die ihnen begegnen. Dabei bewegen sie sich auch weit über das Alltägliche hinaus und werden Arielle, der kleine Prinz, Schneewittchen..., um im Laufe des Spiels dann noch ganz eigene Phantasien zu entwickeln.

All diese Situationen benötigen unsere Kinder, um sich in den verschiedensten Bezügen zu erfahren. Sie entwickeln dabei eine Idee davon,

  • wie sie gern ein möchten,
  • wie die anderen sie sehen,
  • wie die anderen mit ihren verschiedenen Rollenangeboten umgehen und
  • wie es ihnen mit dieser Reflexion geht.

Diese Erfahrungen ermöglichen es den Kindern, erste Schritte zu unternehmen in Richtung einer sozialen Kompetenz. Sie erfahren, wie sie sein sollten, um sich und ihre Interessen durchzusetzen und zugleich damit akzeptiert zu werden. Und sie erleben dabei auch noch so manchen Misserfolg. All diese Erfahrungen bilden die Basis für die weitere soziale Entwicklung der Kinder.

Darüber hinaus ermöglichen die verschiedenen immer wiederkehrenden Spielsituationen und Rollenerprobungen auch, dass die Kinder ihr anfangs sehr konkretes und situationsgebundenes Verhalten schrittweise zu verallgemeinern lernen. "Wenn ein Kind lernen soll, sein eigenes Verhalten rollenkonform zu gestalten und an andere Menschen Rollenwertartungen heranzutragen, dann muss es in der Lage sein, konkrete Verhaltenserwartungen durch allgemeine Verhaltenserwartungen zu ersetzen" (Charlton, 2003, S. 123).

Es reicht für die soziale Entwicklung nicht, ganz konkret nachzuvollziehen, wie man sich in ganz konkreten Situationen zu verhalten hat, sondern die einzelnen konkreten Erfahrungen müssen über Erprobungen und dann auch über Abstraktionen verallgemeinert werden. Diese Abstraktionen entwickeln sich in der Phase von etwa 2 bis 7 Jahren in relativ großen Schritten; die Entwicklung geht aber auch anschließend noch weiter.

Für die Einschulungsphase unserer Kinder heißt dies zunächst, dass sie vielfältige Angebote zur Übernahme verschiedener Rollen und zum Umgang mit Regeln benötigen, um Verallgemeinerungen und Erweiterungen entwickeln zu können.

Die Rolle "Ich als Schüler" geht einher mit vielen Ideen, Erwartungen und Normen über das Verhalten. Wenn diese Ideen, Erwartungen und Normen im Laufe der letzten Kindergartenphase nicht entwickelt sind, können sie auch noch nicht verallgemeinert werden. Verallgemeinerung aber bedeutet für das Kind (und auch für seine Mitschüler) Sicherheit: "Ich weiß, wie ich hier sein kann und sollte. Ich weiß, wie ich mich im Klassenraum bewegen kann und welche Grenzen diese Bewegung haben sollte. Ich weiß, wie ich Freunde finden kann und wie das auch scheitern kann. Ich weiß, wie ich zuhören kann..."

Sind diese Fähigkeiten und Normen nicht verallgemeinert angelegt, bedeutet Einschulung zunächst einen relativ umfassenden Neuorientierungsprozess für das Kind. Ihm fehlen Fertigkeiten, die es mühsam und sicher auch schmerzhaft nachzuarbeiten hat. Um aber diese Fertigkeiten entwickeln zu können, bedarf es der Auseinandersetzung mit der Welt. Das Kind braucht Möglichkeiten, sich zu orientieren, seine Annahmen über die Welt durch erweiternde Wiederholungen zu verfestigen und auszudehnen und schrittweise erste Abstraktionen vorzunehmen.

3.2 Regeln und Gerechtigkeit

Moralische Entwicklung, und das heißt Entwicklung von Gerechtigkeit, vollzieht sich zunächst im Wesentlichen über Regelwissen und Umgang mit Regeln. Kinder haben eine ihren Fähigkeiten und ihrem Verständnis entsprechende Moral-Philosophie. Diese bauen sie schrittweise aus. Das vollzieht sich wiederum im Rollenspiel und insbesondere im sich langsam entwickelnden Perspektivenwechsel (d.h. im Beachten auch deiner und nicht nur meiner Weltsicht).

Kinder in der Lebensphase der Einschulungszeit können Regeln zunächst noch nicht als gemeinsames Verständnis von Abläufen begreifen. Sie erfassen den direkten Nutzen aus Regeln in Teilen noch ausschließlich in ihrem Gewinn. Führt eine Regel (z.B. im Spiel) aber zu einem Verlust, ist dieser nicht hinnehmbar; die Regel muss verworfen oder verändert werden.

Erst schrittweise wird es dem Kind möglich, Regeln als allgemein verbindliches System zu begreifen und auf sich zu beziehen. Und erst viel später geht es um moral-ethisches Verhalten den Menschenrechtskonventionen entsprechend (manche Menschen gelangen allerdings nie dort an).

Der amerikanische Psychologe Kohlberg (1977) hat über langjährige Untersuchungen von Kindern in den verschiedensten Konfliktsituationen folgende Entwicklungsstufen der moralischen Entwicklung herausgefunden (nach Aufenanger et al., 1981, S. 13):

Stufe 1

Gerecht ist jene Handlung, für die ich belohnt werde.

Stufe 2

Gerechtigkeit meint, dass ich jetzt etwas für dich tue, wenn du später auch etwas für mich machst.

Stufe 3

Gerecht sind jene Handlungen, die in meiner Gruppe gutgeheißen werden.

Stufe 4

All jene Handlungen sind gerecht, die den vereinbarten Regeln der Gesellschaft folgen.

Stufe 5

Gerechtigkeit bedeutet, dass Menschen ihre fundamentalen Rechte wahrnehmen können.

Um diese Stufen zu durchlaufen, brauchen Menschen moralische Konflikte. Erst damit wird eine Auseinandersetzung über Regeln, deren Einhaltung und dem Sinn der Einhaltung ermöglicht.

Dieser Erkenntnis entsprechend sind einige Programme zur moralischen Entwicklung von Kindern entwickelt worden (vgl. z.B. Aufenanger et al., 1981). Sie stellen im Wesentlichen mit den Kindern zu behandelnde Konfliktsituationen zur Verfügung und fordern uns Erwachsene auf, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen über Regeln und deren Bedeutung.

Das ist aber nicht immer ganz einfach. Selman (1984) führt zur Verdeutlichung eine kleine selbst erlebte Begebenheit an: Seine fünfjährige Tochter und der zweijährige Sohn baden zusammen. Der Vater ist etwas unachtsam und begibt sich ans klingelnde Telefon, anstatt insbesondere das kleinere Kind zu beaufsichtigen. Nach einiger Zeit kommt er ins Badezimmer zurück und sieht gerade noch, wie seine Tochter den Bruder vor dem Ertrinken rettet. Nach einer Beruhigungszeit lobt er seine Tochter und fragt sie, warum sie so umsichtig gehandelt habe. Sie antwortet daraufhin: "Du hättest mir sonst sicher heute kein Eis mehr gegeben". Wir Erwachsenen sind erstaunt oder auch sprachlos über diese materialistische Verkürzung - für das Kind auf seinem Entwicklungsstand ist diese Äußerung durchaus sinnstiftend und ernst gemeint: "Es ist gut, dass ich meinen Bruder rette, denn dann werde ich belohnt".

Unsere Kinder befinden sich nach Kohlbergs Theorie zum Zeitpunkt der Einschulung auf diesem Niveau; sie können ihr Gerechtigkeitshandeln entweder mit Argumenten der Stufe 1 oder der Stufe 2 begründen. Weitere Differenzierungen sind noch nicht möglich, und wir sollten sie auch nicht erwarten.

3.3 Konkrete Fördermöglichkeiten

Sehr deutlich wird in diesen Ausführungen, dass das Bild der Welt und des Zusammenlebens in der Welt eine Frage der Entwicklung ist. Es ist nicht von vornherein in dem uns Erwachsenen vertrauten Umfang gegeben. Ebenso wird deutlich, dass das Weltbild und das soziale Sein weitgehend etabliert werden über spielerische Inszenierungen. Das Kind verspürt denn auch ein nahezu unersättliches Bedürfnis nach Rollenspielen und Begegnung.

Wir Erwachsenen sind in diesen Rollenspielen aber meist verkehrt, weil unser Entwicklungsstand ein ganz anderer ist. Die meisten von uns fühlen sich doch etwas befremdlich, wenn sie als riesengroße gute Seeschlange auf dem Teppich liegend hinter dem bösen Blauwal herschwimmen und ihn besiegen sollen. Dieses befremdliche Gefühl hat seine Berechtigung. Die kindliche Entwicklung kann hier viel eher im Kontakt mit Gleichaltrigen vollzogen werden.

Unterstützen Sie Ihr Kind darin, Kontakt zu Gleichaltrigen aufzubauen. Darüber lernt es viel über sein soziales Sein und erfährt zugleich ganz viel über Freundschaft und Nähe (Freundschaft und Nähe sind wiederum wesentlich für die Entwicklung innerer Sicherheit und einer selbstbewussten und selbstsicheren Identität). Sie können Ihr Kind auch unterstützen, indem Sie mit ihm gemeinsam soziale Räume aufsuchen (Kindergarten, Spielplätze, Vereine, Kinderkirche...).

Ebenso kann es für die Kinder hilfreich sein, verschiedene Materialien zur Verfügung zu haben, mit denen es Rollenspiele inszenieren kann (von der Verkleidungskiste über das Puppenhaus bis hin zu Playmobil und Kasperletheater). Mit dem Kasperletheater haben Sie übrigens zugleich ein Medium im Haus, dessen sich auch Erwachsene gut bedienen können. Meine Kinder und ich spielen oft damit; wir denken uns Stücke aus und führen sie auf - und dabei fühle ich mich gar nicht befremdlich, störend oder gelangweilt.

Neben dem spielerischen Rollenerproben brauchen die Kinder Auseinandersetzungen über Regeln ebenso wie mit Konflikten und Dilemmata, um sich moralisch entwickeln zu können. Zwei Formen der Bearbeitung sind dabei wesentlich: Zum einen ist es die aushandelnde Bearbeitung von Regeln in der Gruppe der Gleichaltrigen. Haben Sie schon einmal gelauscht, wenn Ihre Kinder sich mit den Freunden oder Geschwistern über Regeln, deren Einhaltung und deren Brüche unterhalten oder streiten? In diesen Situationen entwickelt sich Regelverständnis und Moral. Zum anderen können Sie es aber auch fördern über des bezügliche Gespräche oder das Vorlesen solcher Geschichten (hierin liegt u.a. die große Bedeutung begründet, die wir den Märchen zuschreiben).

6. Ausblick

Mit diesem Artikel sollte Ihnen als Eltern von Kindern in der Phase des Schuleintritts eine kleine Orientierung darüber gegeben werden, welche Kompetenzen Ihr Kind zum Schulbeginn mitbringen sollte und auf welcher Basis diese Fähigkeiten stehen. Wesentliches Anliegen war es dabei, herauszustellen, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, denen es lediglich an Wissen fehlt, sondern dass sie aufgrund ihres inneren Reifungsprozesses viele Dinge noch ganz anders erfassen als wir Erwachsenen das tun.

Alle Lern- und Entwicklungsangebote, die wir unseren Kindern machen, müssen an ihren inneren Stand angepasst sein, damit die Kinder etwas damit anfangen können. Gleichzeitig brauchen sie erweiternde Wiederholungen in allen Bereichen ihrer Entwicklung, denn diese Lernform ist die grundlegende Bewegung innerer Reifung.

Und sie brauchen in erster Linie uns, die wir ihnen Vertrauen schenken in ihrer Entwicklung und Sicherheit geben auf diesem oft mühsamen aber auch spannenden und bereichernden Weg.

Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind und die Kinder auf deren Basis die aufgeführten kleinen Kompetenzbereiche des Kapitels 6 beherrschen, dann haben sie wirklich gute Startbedingungen für ihren schulischen Weg.